Heute ist es soweit, die 2. große Ultraschalluntersuchung steht bevor. Ich freue mich sehr darauf, bin aber auch total ängstlich. Wird alles in Ordnung sein? Entwickelt sich das Würmchen entsprechend? Wird irgendetwas negativ auffallen? Ich hoffe inständig, dass die Kleine rundherum gesund ist und weiter wohlig warm eingekuschelt und in meinem Bauch beschützt heranwachsen kann.
Gestern Abend hat sie wieder ordentlich Rabatz gemacht. Es ist immer noch nicht von außen zu sehen, aber die Bewegungen sind nun eindeutig zuzuordnen, wenn man abends ganz entspannt auf der Couch sitzt und sich allein auf das Schwabbern im Bauch konzentrieren kann.
An den letzten Tagen hatte ich schon wieder Sorge, weil ich das Gefühl hatte, dass ich sie gar nicht merke. Wenn ich mich abends lang auf der Couch ausgestreckt habe, dann war nichts zu spüren. Schnell halten dann die negativen Gedanken im meinem Kopf Einzug. Das ist nicht aufzuhalten. Ich habe ja mittlerweile gelernt, dass ich meine Gedanken dann zumindest ausspreche. Denn mein lieber, geduldiger Freund beruhigt mich dann und redet auf mich ein, so dass sich die dunklen Wolken aus meinem Kopf verziehen. Wenn ich sowas für mich behalte, dann komme ich zu schnell ins Grübeln. Ich kann mir wirklich vorstellen, dass das in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, die ja jetzt anbricht, noch schlimmer werden wird. Ich kenne mich ja gut genug.
Trotzdem bin ich die meiste Zeit immer noch selig. Vor ein paar Tagen hat meine Hebamme angerufen. Wieder ein Schritt in Richtung Wahrheit. Denn oft genug kann ich es einfach immer noch nicht glauben, dass ich das kleine Wesen bald auf meinem Arm halte und es irgendwann Mama zu mir sagen wird. Kommen mir direkt schon wieder die Tränen, wenn ich mir das vorstelle. Ich habe sooolche Sehnsucht nach diesem Moment.
Jedenfalls will ich die Wahrheit jetzt auch aller Welt zeigen, meinen mittlerweile eindeutigen Bauch trage ich stolz vor mir her und weite Klamotten kommen gar nicht mehr in Frage, denn ich möchte, dass die ganze Welt sieht, dass ich schwanger bin. Ich fühle mich einfach auch sehr wohl.
Wenn ich spazieren gehe, sehe ich die Blicke, wie sie auf meinem Bauch ruhen. Ich beobachte das sehr aufmerksam. Denn für meine Begriffe viel zu lang stand ich auf der anderen Seite und starrte sehnsüchtig, neidvoll und schmerzerfüllt auf andere schöne, runde Schwangerschaftsbäuche. Ich weiß, was für ein großes Geschenk das ist und das rufe ich mir jeden Tag neu ins Gedächtnis.
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