Schon wieder 2 Wochen um. Die Zeit vergeht. In der Zwischenzeit war ich schon wieder mal in der Kinderwunschklinik. Habe ich davon überhaupt schon berichtet? Ich glaube nicht. Bei unserem ersten Besuch hatten wir ein Beratungsgespräch. Die Ärztin durchwühlte alle meine Dokumente, die ich ihr feinsäuberlich kopiert und mitgebracht hatte: alle bisherigen Testergebnisse, Auszüge aus dem Impfausweis und aus dem Mutterpass (immer wieder eine Qual dorthinein zu blicken, denn den habe ich bei meiner ersten Schwangerschaft direkt erhalten als der Test positiv war). Ok, mit der Gerinnung ist alles in Ordnung, Genetik auch, Chlamydien sind auch nicht. Hormonwerte soweit auch ok. Mmh. Die Regel kommt auch immer pünktlich? Ja, wie ein Uhrwerk, selbst nach den Fehlgeburten hat sie sich direkt wieder eingepegelt. Tja, dann gucken wir nochmal genauer nach der Schilddrüse, auch wenn das eigentlich schon kontrolliert wurde, und checken die Gebärmutter.
Ultraschall gemacht. Die Gebärmutter und die Eierstöcke zeigen auch keine Unregelmäßigkeiten. Die Blutuntersuchung, um die Schilddrüsenwerte zu checken, ergibt, dass irgendein Wert nicht genau ins Schema passt. Also nochmal Blut abnehmen und checken. Auf das Ergebnis warte ich jetzt. Und ich muss am 20.-22. Zyklustag nochmal hin zur Blutuntersuchung - da werden dann die Hormonwerte in dieser Phase gecheckt. Außerdem ist jetzt auch mein Freund dran. Ich wurde jetzt schließlich auf den Kopf gestellt. Nun geht´s auch ihm an den Kragen. Das Spermiogramm steht vor der Tür. Mal schauen, was das ergibt.
Schlimm, wie die Zeit vergeht, eine Untersuchung nach der anderen gemacht wird und nichts Hilfreiches festgestellt werden kann.
Die Ärztin sagt, wenn bei all diesen noch ausstehenden Untersuchungen nichts herauskommt, dann kann auch sie uns nicht helfen.
Meine Freundin meinte dazu: Was, kann die nicht Hormone geben, damit du schwanger werden kannst und um die Schwangerschaft zu unterstützen? Nein, denn scheinbar habe ich mit Hormonen keine Probleme. Ich werde ja schwanger. Warum also noch was Zusätzliches in mich reinpumpen ohne erkennbaren Grund? So einfach ist das nicht. Man kann soviel tun, um Paaren zu helfen, die nicht schwanger werden. Aber Paaren, die Fehlgeburten erleiden, kann man nicht helfen, wenn alle entsprechenden Untersuchungen, die man mittlerweile machen kann, keine Anhaltspunkte darauf liefern, woran es liegen könnte. So ist es. Man kann mich halt nicht zunähen, damit ich das Knöpfchen behalte. Will oder kann es nicht bleiben, bleibt es nicht. So hart ist die Realität. So hart ist die Natur.
Gut, so weit ist es noch nicht. Zwei, drei Ergebnisse können wir ja noch abwarten (Schilddrüse, Hormonwerte, Spermiogramm).
Im Moment bin ich etwas abgestumpft. Die Arbeit spannt mich gerade wieder sehr ein und fordert viel Aufmerksamkeit, Konzentration und Energie. Eigentlich nicht so schön, aber manchmal ist es auch eine Wohltat, wenn die Gedanken nicht nur um diese eine Sache kreisen. Auch wenn ich wieder nur darauf warte, dass die Menstruation dieses Mal nicht kommt. Um dann wieder von der ersten Freude in Angstzustände zu verfallen, dass es nochmal passiert. Und jeden Tag abzustreichen, der gut ausgegangen ist. Und an jedem Tag zu checken, ob die Brust noch schmerzt. Und jeden Tag zu hoffen, dass keine Blutung kommt. Ich will gar nicht wissen, was die Zukunft mir noch bringt.
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