Ich hab sie überstanden, die neunte Woche. Heute bin ich 9+0. So weit war ich in meinen vorherigen Schwangerschaften nie. In der ersten Schwangerschaft bin ich bis SSW9 gekommen. Ich habe in meiner aktuellen Situation nicht nachgezählt, bis welchen Tag genau ich damals gekommen bin, bevor die Blutung einsetzte. Denn dann hätte ich wahrscheinlich an diesem Tag keinen klaren Gedanken fassen können. So hat sich das auf die ganze Woche erstreckt. Ob das besser war, sei dahin gestellt. Ich hatte echt meine Tiefpunkte. Am schlechtesten ging es mir am Dienstag als ich bei der Schilddrüsenärztin war. Meine Frauenärztin hatte mir bei meinem letzten Besuch nämlich Schilddrüsentropfen verschrieben und auch noch einmal einen Besuch bei einem Experten, der einen Schilddrüsenultraschall machen sollte. Gesagt, getan. Sitz ich also Dienstag bei der wahnsinnig "einfühlsamen" Schilddrüsentante.
Der Besuch dort hat mich total verunsichert, denn die Ärztin meinte, dass ich ja eine viel höhere Dosis nehmen müsse, aber die Befunde erst in einer Woche bei meiner Frauenärztin seien. Super, mit diesem Ratschlag sollte ich also meine 9.Woche überstehen. Was wenn das jetzt doch der Grund für die letzten Fehlgeburten war? Was, wann diese eine Woche eine zu lange Wartezeit ist? Bei meiner FÄ angerufen, die hat mich dann zum Glück wieder beruhigt. Ich könne ruhig die doppelte Dosis nehmen, wenn mir das bekommt, schaden würde es mir und dem Würmchen auf keinem Fall und auch sie geht davon aus, dass ich eine höhere Dosis der Tropfen brauche. Damit war ich erstmal wieder beruhigt. Nehme ich also die doppelte Dosis. Aber was für ein Psychoterror. Und die Schilddrüsenärztin war echt ein Griff ins Klo. So oberflächlich, sie hat sich nichtmal meinen Anamnesebogen angesehen. Und ich bin in solchen Momenten bei Ärzten einfach nicht fähig, die richtigen Fragen zu stellen, weil ich die Informationen dort einfach nicht verarbeiten kann, um dann die richtigen und wichtigen Schlüsse zu ziehen. Erst im Nachhinein kann ich dann alles in Ruhe durchgehen und würde oftmals am liebsten nochmal zurück in die Praxis latschen, um die Fragezeichen in meinem Kopf auszumerzen.
Naja, so habe ich die 9. Woche irgendwie rumgekriegt. Und sofort heißt es in meinem Kopf: Soweit war ich noch nie. Wie schrecklich es wäre, wenn es jetzt zum Schlimmsten käme. Es war schon so hart bis hierhin zu kommen und langsam kann ich die Freude und die Vorfreude nicht mehr bremsen. Wird es wirklich Wirklichkeit werden? Ich traue mich gar nicht, diese Freude darauf zuzulassen. Denn, würde ich dann doppelt so stark enttäuscht werden? Was werden die nächsten Wochen bringen?
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