Ich bin heute 10+4. Noch nie war ich soweit und es ist ein großartiges Gefühl. Ich freue mich über das Würmchen, das ich vergangene Woche sogar schon habe sich bewegen sehen beim Ultraschall. Es hat Ärmchen, Beinchen, einen großen Kopf, wie es sich gehört. Alles ist gut.
Der Ultraschall ist nun aber schon wieder 7 Tage her und die Angst wird nach so einen FÄ-Besuch schnell wieder groß. Wenn jetzt etwas passiert, kann man mich wohl in die Klapse einliefern. Der Fötus ist so gut entwickelt und trotzdem habe ich immer mal wieder die Horrorvorstellung, dass es verloren geht. Auf Toilette gehen ist immer noch jedes Mal eine psychische Höchstleistung für mich.
Ich habe mittlerweile in den letzten Wochen schon mindestens 3x geträumt, dass ich Blutspuren in meinem Slip vorfinde. Immer ein Anzeichen für eine Fehlgeburt. Die letzten beiden Male waren die Träume so echt, dass ich meine Enttäuschung, meine tiefe Trauer im Traum richtig fühlen konnte. Es hat so wahnsinnig wehgetan. Für meinen Kopf ist das natürlich nicht schwer, ein solches Erlebnis gefühlsecht für meine Träume nachzuspielen, denn schließlich habe ich das so schon 3x erlebt. Immer bin ich danach aufgewacht und war erleichtert, aber hatte auch wieder große Angst. Denn diese Träume holen das schlimme Erlebnis ins Bewusstsein. Es rückt nah heran, was man seit Wochen so stark versucht wegzuschieben.
Heute Nacht hatte ich mal einen anderen, wenn auch nicht minder schrecklichen Traum. Aus irgendwelchen Gründen musste ich ins Krankenhaus und unters Messer. Es sollte mir eine Kleinigkeit unten weggeschnitten werden, damit es dem Fötus besser geht. Ich war bei vollem Bewusstsein. Ich erzählte den Schwestern, dass sie ganz vorsichtig sein sollten, denn ich hätte schon 3 Knöpfchen verloren und wolle dieses unter allen Umständen behalten. Doch die Schwestern waren gefühllos und kalt und sind stupide ihrer Arbeit nachgegangen; ich hatte ein sehr schlechtes Gefühl bei ihnen und habe ihnen nicht vertraut. Am Ende der OP fragte ich dann ob alles gut sei, da sagten sie mir, dass sie leider das Würmchen entfernen mussten. Ich bin förmlich ausgerastet auf dem OP-Tisch, habe geschrien und um mich geschlagen, um meinem Schmerz Luft zu geben. Sie konnten mir die Entscheidung auch nicht eindeutig erklären. Sie sagten immer ich hätte mich verkühlt, das war nicht gut.
Wahrscheinlich spiegelt das meine Angst wieder, etwas falsch zu machen, selbst gerade jetzt, wo ich so weit bin, etwas Unüberlegtes zu tun, mich zu sehr zu belasten und deswegen das Würmchen zu verlieren. Das könnte ich mir wohl nie verzeihen. Aber, in Watte packen geht nicht, bereits allen Leuten davon erzählen geht nicht für mich, die Zeit weiterdrehen geht nicht, es heißt nur abwarten und Tag für Tag leben und stets einen Haken hinter den Tag setzen... Wie gesagt, eine psychische Höchstleistung immer wieder....
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