Samstag, 15. Juni 2013

Ich mag Montage lieber.

Ein neuer Samstag, ein sonniger Tag und auch ich trage Sonne im Herzen...und vor allem in meinem Bauch. Woche 13 ist fast vorüber. Und immer noch mag ich es, wenn wieder Montag wird. An jedem Montag beginnt eine neue SSW für mich. Noch nie fand ich Montage so toll. Dafür mag ich die Wochenenden nicht so sehr. Ja, es ist alles auf den Kopf gestellt. An den Wochenenden, die bei mir ja schon Freitag beginnen, ziehen sich die Stunden so. Ich habe viel zu viel Zeit, mich mit mir selbst und meinen Gedanken zu beschäftigen. Und ich gestatte mir ja immer noch keinen Blick in ein Babybuch (wovon ich von einer Freundin bereits seit meiner ersten Schwangerschaft massig vorliegen habe - sie liegen seit eineinhalb Jahren ganz weit hinten im Schrank), in die Online-Shops für Umstandskleidung oder Babymode und -ausstattung. Und dabei kribbelt es mich so sehr in den Fingern. Geißel ich mich selbst? Vielleicht. Aber es geht einfach nicht anders.
Vor allem weil ich mich diese Woche ja wieder selbst gepsycht habe und es auch immer noch tue.
Ich habe ja seit der 6. Woche Utrogest genommen. Ich weiß, dass Frauenärzte es bei Frauen wie mir, die eine oder mehr Fehlgeburten hatten, gern verschreiben, weil die Frau dann das Gefühl hat, sie tut etwas. Sie nimmt ein Medikament, mit dem vielleicht alles gut wird. Dass man in den ersten Wochen einfach keinen Einfluss darauf hat, ob das kleinen Mäuschen bleibt oder nicht, spielt da erstmal keine Rolle. Es gibt einfach etwas, woran man sich festhalten kann, man stellt sich der Machtlosigkeit, wenn auch eher pseudomäßig, entgegen.
Mein Utrogest ist nun seit Anfang der Woche so gut wie alle. Die Ärztin hat bei unserem letzten Besuch Ende der 12. Woche gesagt, dass ich es ja nun nicht mehr brauche und absetzen kann. Sie meinte aber, dass sie am Wochenende einen Kongress habe, wo sie vielleicht noch einmal Packungen erhalten würde. Ich solle anrufen und es mir ggf. abholen. Gesagt, getan Anfang dieser Woche. Allerdings ist der Kongress ausgefallen oder irgendwas, jedenfalls hatte sie kein Utrogest für mich. Bei mir ging da natürlich die Gedankenspirale an. Was ist, wenn das Progesteron jetzt doch der Grund dafür war, dass das Würmchen bleiben konnte? Und was passiert, wenn das Hormon jetzt nicht mehr zugeführt wird? Und jetzt ist auch noch Wochenende, hilfe.
Ich habe die letzten Tabletten jetzt etwas aufgeteilt, so dass das Hormon nicht ganz abrupt abgesetzt wird. Aber heute ist der 3. Tag, an dem ich keine Utrogest nehme und ich habe auch keine Tablette mehr.
Natürlich habe ich mich auch im Internet belesen, das hat mich in diesem Falle mal wirklich beruhigt (ansonsten liest man da ja gern Gegenteiliges oder Widersprüchliches und weiß gar nicht mehr, was man glauben soll). Denn überall steht, dass man es nach 12. Woche absetzen kann, da es ab dann nicht mehr gebraucht wird, siehe z.B. hier. Die Plazenta übernimmt die Progesteronzufuhr nach der 12. Woche komplett, so habe ich es jetzt jedenfalls verstanden. Und ich bete, dass es bei mir so auch passt.
In dieser Woche hat es aber auch ein sehr schönes Ereignis gegeben. Ich habe zum ersten Mal gespürt, wie es sich anfühlt, wenn man zum kommenden Nachwuchs beglückwünscht wird. Ich habe die Mail von Freunden bestimmt 8x gelesen. Sooo toll. Damit wird es einfach nochmal ein Stück ernsthafter, glaubhafter, realistischer. Ich sehne weitere solcher Momente herbei, wenn wir es unseren Eltern und Familien oder weiteren Freunden erzählen....ab kommende Woche lasse ich das zu, wenn nichts dazwischen kommt... (ach, immer diese Nachsätze, die allem einen Dämpfer verpassen...).

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