Woche 14 ist fast überstanden - eine Grenze, die ich mir selbst gesetzt habe, ist in greifbarer Nähe.
Nächstes Wochenende fahren wir zu meinen Eltern. Meine Eltern wissen zwar bereits bescheid, aber der Rest der Familie noch nicht. Ich zähle die Tage rückwärts und freue mich sehr darauf.
Einen ersten Eindruck davon, wie freudig unsere Nachricht empfangen wird, haben wir diese Woche erhalten. Ich habe endlich auf Arbeit bescheidgegeben und wir haben es ersten Freunden und Kollegen gesagt. Es ist noch eine kleine Auswahl bisher, wir sagen es auch nur, wenn es passt.
Meine beiden Kollegen, denen ich es erzählt habe, waren überrascht und voller Freude. Es ist Wahnsinn, diese Überraschung zu spüren, wenn man sich doch selbst schon zwei Jahre mit dem Gedanken befasst und unendlich viel mitgemacht hat, um dieses Ziel zu erreichen.
Und engen Freunden erzähle ich dann auch kurz, was alles passiert ist in den letzten Jahren. Danach habe ich mich oft gesehnt. Denn in den letzten eineinhalb Jahren war es schwer, gerade im Büro, eine Erklärung dafür zu finden, warum man denn jetzt drei Wochen krank war. Enge Kollegen fragen dann ja, was man hatte. Und ich habe dann immer nur etwas rumgesponnen und eher abgelenkt als eine Antwort gegeben. Man trägt eine Art Bürde mit sich rum, würde sich so oft am liebsten einfach verkriechen oder sein Leid herausschreien, aber man frisst es nur in sich hinein. Denn man will ja auch nicht ständig jeden damit behelligen, auch wenn es einen selbst jeden Tag begleitet wie ein schwerer, klobiger Rucksack mit dünnen Lederträgern, die ins Schulterfleisch schneiden.
Diese Zeit hinterlässt Spuren und sie führt auch dazu, dass ich mein Glück immer noch nicht richtig fassen kann. Ich bin ungläubig und erwarte immer noch jeden Tag das Schlimmste. Wird das die gesamte Schwangerschaft so bleiben? Wird es überhaupt wirklich eine komplette Schwangerschaft?
Das geht einfach nicht raus aus dem Kopf.
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