Sonntag, 7. Juli 2013

Momente von Glück, Momente voller Sorge.

Endlich sitze ich wieder hier und schreibe. 2 Wochen sind vergangen und es ist soviel passiert. Ich bin jetzt Ende SSW16. Morgen beginnt der 5.Monat. DER FÜNFTE MONAT! Vor noch einem halben Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich bald im fünften Monat schwanger sein würde.
Ich habe die kritische Phase überstanden, aber trotzdessen gehe ich immer noch mit mulmigem Gefühl auf Klo und male mir bei komischem Ziepen und Ziehen die schlimmsten Dinge aus. Nachts kann ich dann nicht wieder einschlafen, weil der Kopf rotiert. Das wird wohl die gesamte Schwangerschaft so bleiben. Freundinnen, die schon schwanger waren, beruhigen mich dann immer. Sie sagen, es ist normal, dass im Bauch jetzt soviel rumort. Alles wächst, die Mutterbänder dehnen sich, es drückt auch mal was irgendwo rauf, was dann ein Ziepen verursacht. Ok, na gut. Ist ja auch eigentlich logisch.
Jetzt wissen fast alle bescheid, nur der Familie meines Freundes dürfen wir die freudige Botschaft noch überbringen. Am nächsten Wochenende ist es dann auch endlich soweit. Ich bin so gespannt wie sie reagieren!
Bevor wir vergangene Woche zu meiner Familie gefahren sind, waren wir nochmal bei der Frauenärztin. "Schönheitsgucken" hat sie es genannt.
Ich hatte Ende der 12. Woche darauf gedrängt, dass ich nochmal kommen darf, denn sie wollte mich erst wieder in 5-6 Wochen sehen oder so...Aufgrund meiner Geschichte sagt sie da natürlich nicht nein und so durfte ich Ende SSW 15 nochmal zur Kontrolle kommen. Und es wurde auch wirklich ein tolles "Schönheitsgucken". Das Würmchen hat sich wieder toll durch die Gegend geschaukelt und uns mal Front, mal Heck hingedreht. Mit allen messbaren Maßen befinden wir uns in der Norm. <3
Außerdem haben wir dann schon mit relativ großer Wahrscheinlichkeit erfahren, was es wird. Ich war ja mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass wir einen Jungen bekommen, aber NEIN, es wird (wahrscheinlich) ein Mädchen! Meinem Freund war das Grinsen an diesem Tag wie ins Gesicht getackert, denn er wünscht sich so sehr eine kleine Maus.
Dann ging es auf zu meiner Familie. Ich hatte diesen Tag herbeigesehnt, denn ich wollte es unbedingt meinen Großeltern erzählen. Als meine liebe Oma mich begrüßte, hat sie direkt auf meinen Bauch geschaut, der für den 4. Monat schon recht eindeutige Formen angenommen hat. Man haben wir dann geheult, das war so toll. Ein Moment, den wir wahrscheinlich nie wieder vergessen werden. Auch der Rest der Familie war sehr erfreut. Die meisten wissen von den letzten eineinhalb Jahren und freuen sich darum umso mehr mit. Wie sehr ich das genieße. Wie sehr ich mir solche Momente ausgemalt habe, wie sehr mir die Hoffnungen auf solche Momente aber in den letzten Jahren auch geholfen haben. Ich habe immer gehofft, dass diese schwierige Zeit ein finsteres Tal ist, durch das ich gehen muss und dass da irgendwo auch eine bessere Zeit auf mich wartet, die all die schrecklichen, traurigen und depressiven Momente, Stunden, Tage und Wochen vergessen macht. Und jetzt ist es tatsächlich soweit. Ich muss mir das immer wieder bewusst machen: Im Moment bin ich so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Ich habe den tollsten Mann der Welt an meiner Seite, mit dem ich ein gemeinsames Kind erwarte. Natürlich haben wir unsere Sorgen und Nöte, aber pah!
Na gut, wie der Mensch so ist und ich als kleine dämliche, stets unzufriedene Frau ein Paradebeispiel bin, kann man diese Momente vollständigen Glücks nur kurz 100%ig genießen. Aber wahrscheinlich ist das auch der Mama-Instinkt: Denn sofort mache ich mir Sorgen darum, ob das Kind gesund ist und ob ich es auch mit genügend Nährstoffen versorge. Und natürlich bleiben die stets alles einschränkenden Ängste, ob die Schwangerschaft bis zum Ende gut durchläuft...

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