Freitag, 27. Mai 2016

Die Einzige wird die Große

Wie im letzten Beitrag angekündigt, erwarten wir nun unsere zweite Tochter.
In der Zwischenzeit ist die Motte gewachsen und schon zweieinhalb Jahre bei uns. Wir lieben sie abgöttisch, sie ist der tollste Mensch der Welt und wir sind so froh, dass sie da ist.
Nun soll sie also eine Schwester bekommen. Obwohl ich die ganze Schwangerschaft schon fast hinter mir habe (aktuell SSW 37), können wir uns immer noch nicht vorstellen, wie es wohl sein wird, wenn das Mäuschen da ist und unsere Familie sich vergrößert. Ein kleines Baby neben der Motte, das wir genauso lieben werden, das genauso viel, wenn anfangs mit Sicherheit sogar mehr, Aufmerksamkeit braucht als die Große. Wir freuen uns unbändig darauf, das Mäuschen in unsere Mitte aufzunehmen. Ich bin wahnsinnig gespannt, was für ein Mensch da zu uns kommt. Wie wird sie aussehen? Wie wird sie sein? Wie wird die Motte mit ihr sein?
Neben der Freude auf die Maus schiebt sich aber auch immer wieder etwas Sorge in die Gedanken von uns Eltern, denn: Die Einzige wird nun die Große.
Die Motte weiß, dass da ein Baby in meinem riesigen Bauch ist und dass es bald raus und zu uns kommt. Die Zeit, seitdem wir darüber reden, muss ihr aber ewig vorkommen. Mein Bauch ist nämlich schon recht lang so groß, dass Redebedarf bestand, was es damit auf sich hat. Ob sie sich auf das Baby freut? Ich weiß es nicht. Einerseits schon, denn sie liebt kleine Babys. Gerade heute morgen hat sie das Baby wieder in einer Aufzählung berücksichtigt, die kleine Maus hat also schon einen Platz im Kopf der Motte eingenommen.

Andererseits weiß sie aber auch, dass sich einiges verändern wird. Aktuell ist ja bereits anders, dass ich sie nicht auf den Arm nehmen kann. Ich tue dies tatsächlich nur im äußersten Notfall (wenn sie sich vor etwas ängstigt und niemand anderes da ist, der sie hochnehmen kann zum Beispiel). Dieses Bewusstsein darüber, dass sich unser Leben verändern wird, hat sich auch durch ihr Verhalten in den letzten Monaten gezeigt. Sie ist ängstlicher und anhänglicher geworden. Sie fordert mehr Kuscheleinheiten ein, die wir ihr natürlich geben. Wir sprechen viel über das Baby und versuchen es zu integrieren, indem es ihr zum Beispiel beim Zähneputzen oder auf dem Spielplatz zuschaut oder gemeinsam mit ihr den Sandmann guckt. Ich muss dann immer den Bauch "freilegen", was zum Beispiel auf dem Spielplatz schon etwas irritierend für die anderen sein kann ;-).
Ich weiß, dass das neue Leben für die Motte, in der sie nicht mehr durchgängig die 100%ige Aufmerksamkeit erhalten wird, eine Herausforderung wird. Wir werden als Eltern sehr feinfühlig sein müssen, um alle Signale der Motte richtig zu deuten und ihr möglichst weiterhin all das geben zu können, was sie braucht. Sie ist zwar dann die Große, aber sie ist ja lang noch nicht groß. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass ihr diese Veränderung auch gut tun wird. Sie hat jemanden, mit dem sie sich verbünden, mit dem sie spielen (später) und Gedanken, Sorgen und Freude teilen kann. Sie lernt, dass man auch mal zurückstecken und abwarten muss. Und da kommt noch jemand in ihr Leben, den sie hoffentlich auch sehr lieben wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen