Kate Middleton hier, Kim Kardashian da. Megan Fox, Charlotte Engelhart und die Schwester von Penelope Cruz. Alle schwanger. Schön, dass man so einen Fokus hat, wenn man sich selbst mit dem Thema beschäftigt. Schön, dass man an der Klatschpresse auch einfach nicht vorbeikommt. Schön, dass man zum Thema Schwangerschaft in der Regel auch nur die guten Nachrichten mitbekommt und einem der "wachsende Babybauch" oder das "Hat sie da grad verraten, dass es eine Tochter wird?" überall aufs Brot geschmiert wird. Wohin man nur sieht. Facebook, Kiosk, TV, args. Man kann sich nicht entziehen. Schlimm ist, wenn man dann auch noch selbst auf der Strasse Gespräche mitbekommt, die sich um das Thema drehen. Als sollte es so sein. Vor ein paar Wochen steh ich an der U-Bahn-Haltestelle und höre - wohlgemerkt ohne angestrengt zu lauschen - mit, wie sich zwei Mädels unterhalten und die eine der anderen verrät, dass sie "jetzt auch schwanger sei, in der 7.Woche", freudestrahlend und aufgeregt. 1. Die 7.Woche war bei meiner letzten Schwangerschaft jene verhängnisvolle Zeit, als bei mir die Fehlgeburt einsetzte. Toll. 2. Sie ist AUCH schwanger. Die andere Gesprächspartnerin des Dialogs war auch "guter Hoffnung", wie sich herausstellte. Ich war wie versteinert. Das kam so unerwartet. Warum erwischt mich das so aus dem Nichts auf dem Weg zur Arbeit? Warum muss gerade mir das passieren? Will mich jemand quälen? Wie das sticht im Herzen, was für ein Schmerz. Man kann gar nichts tun, die Tränen schießen in die Augen und man braucht einen halben Tag um das Erlebnis zu verarbeiten.
Passiert das nur, weil das grad der Tief- und Mittelpunkt in meinem Leben ist und ich wirklich so sehr darauf achte? Ich fühle mich teilweise wie ein Magnet, der Schwangerschafts- und Babygeschichten anzieht.Will ich mich einfach nur selbst quälen?
Natürlich passiert das nicht nur in Situationen, aus denen ich leicht flüchten kann. Ich habe auch Freunde, die Eltern sind...das betrifft fast alle wichtigen Menschen in meinem Umfeld. Sie sind in meinem Alter und haben im Durchschnitt ein Kind und planen vielleicht schon das nächste. Auch das ist nicht einfach, da ich sie manchmal einfach nicht sehen will in ihrer kleinen kuschligen Familie. Mein Freund sagt gern, dass wir uns nicht von unserer Geschichte einschränken lassen dürfen. Aber das ist manchmal einfacher gesagt als getan. Es gibt schon Freunde, bei denen mir das nicht schwer fällt, das sind in der Regel die, die schon Kinder bekommen haben, bevor unsere Tragödie losging. Aber die, die schwanger waren und geboren haben, als das bei mir auch in der nahen Zukunft lag, bei denen muss ich wirklich kämpfen. Denn das hätte auch mein Leben sein können. Ich war auch so nah dran. Und sie führen es mir vor in jeder Minute, in der sie ihr Baby vor sich her tragen, schieben, füttern, wickeln. Da kann ich nur noch aufstecken und sagen: Hallo Selbstmitleid! Hallo Neid!
Natürlich tue ich ihnen damit unrecht, darum strenge ich mich an. Ich zeige ihnen nicht, was in mir vorgeht. Ich bin ja schließlich zivilisiert und empathisch und gerecht. Den Kampf fechte ich nur in meinem Inneren aus, vor dem Treffen, währenddessen und danach. Denn klar, auch ich will mich nicht einschränken lassen von mir selbst. Aber Energie kostet es trotzdem wie Sau. Jedes Mal.
Worauf ich allerdings stolz bin, ist, dass ich mich vor den Kindern nicht verschließe. Das kann ich einfach nicht. Ich liebe sie alle, ich freue mich über sie, über jedes Lächeln, jede Hand in meiner, jedes Sitzen auf meinem Schoß, jedes gemeinsame Spielen. Das zeigt mir dann immer, dass ich doch noch zu retten bin.
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