Der neunte Monat ist mit dem Montag dieser Woche gestartet. Wow! Der Countdown läuft. Bis zur Geburt ist nicht mehr lang. Umso mehr Zeit in der Schwangerschaft verrinnt, desto mehr bereitet man sich mental auf das große Ereignis "Geburt" vor. Die Gedanken schweifen nicht mehr nur ab zu der Zeit, die danach kommt, wenn das Baby da ist. Man stellt sich nicht mehr nur den Alltag nach der Entbindung vor, sondern beschäftigt sich auch mit dem riesigen Berg an Schmerzen, Aufregung und Hebammengewusel, der davor noch zu absolvieren ist. Ich male mir aus, wie das alles vonstatten gehen wird. Wird zuerst meine Fruchtblase platzen oder werden die Wehen einsetzen? Wird das Köpfchen dann schon fest im Becken sitzen? Werde ich vor Aufregung und Herzklopfen am ganzen Leib zittern oder werde ich Ruhe bewahren und die restlichen Utensilien bei klarem Verstand in die Kliniktasche räumen, bevor wir uns dann in die Klinik aufmachen? Wird es auch mal einen Fehlalarm geben? Wie wird mein Freund drauf sein? Wie werde ich die Wehen verkraften? Und wann, wann, wann wird das alles passieren?
Mit dem Geburtsvorbereitungskurs - letzten Samstag haben wir die erste Hälfte absolviert - rückt das alles noch einmal stärker ins Bewusstsein. PDA, Kaiserschnitt, Presswehen, Kindspech, Glückshaube...schon vor einem Jahr kannte ich all diese Begriffe (und noch viele mehr) und jetzt darf ich sie endlich auch mit mir in Verbindung bringen. Das macht mich so unendlich glücklich.
Natürlich habe ich auch jede Menge Respekt vor der Geburt. Nach den drei ersten ungewissen Monaten manifestierte sich der Gedanke in meinem Kopf, dass es ja jetzt wirklich soweit sei - ich also mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit auf das wahnwitzige Erlebnis einer Geburt zusteuere und ich mich davor nicht drücken könne. Neben all der Vorfreude, die ich hier ja in aller Kleinteiligkeit bereits kundgetan habe, reihte sich auch etwas Angst vor der Geburt in den Gefühlscocktail. Das war damals aber eher die Angst vor dem Ungewissen. Also beschäftigte ich mich mit dem Ablauf einer Geburt, indem ich ein Buch las, in dem alle Phasen der Geburt gut beschrieben worden sind. Das Buch kann ich nur empfehlen, weil es auch noch so detaillierte und komische Fragen zum Thema Schwangerschaft beantwortet und das auch noch auf natürliche, ehrliche und witzige Weise. Es heißt "999 Fragen rund ums Kind" von der Hebamme Lilly Stollowsky. Es geht darin nicht nur um die Geburt, aber eben auch. Nachdem ich es durchgelesen hatte, fühlte ich mich etwas sicherer. Denn nun wusste ich, zumindest ungefähr, was auf mich zukommen würde. Und auch wenn die Geburt immer näher rückt, bisher ist die Angst vor den Schmerzen und dem Ablauf noch nicht zurückgekehrt und ich hoffe, es bleibt bei der gesunden Portion an Respekt und Anspannung, die ich im Moment fühle. Und bisher habe ich in diesem Zusammenhang auch noch keine Angst vor der Angst. Noch 7 1/2 Wochen...
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