Ich habe letztens mal durch meine älteren Blogeinträge gelesen. Es ist Wahnsinn, wie weit alles weg ist, aber wie nah auch der Schmerz noch an mich rankommt. Ich schwebe immer noch in einem Zustand des Unglaubens darüber, was gerade passiert. Ich kann es einfach noch nicht fassen. Bekomme ich wirklich ein Kind? Ich bin so voller Vorfreude, so voller Ungeduld und doch auch immer noch so voller Angst, dass das alles nicht wahr sein oder werden könnte.
Gerade eben habe ich in dem bereits fast fertigem Kinderzimmer gesessen und mir die Zukunft ausgemalt. Ich könnte da stundenlang sitzenbleiben und meinen Blick schweifen lassen über die Wickelkommode, die Wiege, die ersten Spielzeuge oder die Pampers-Pakete voller kleiner Bodies und Strampler, die ich schon von Freunde ausgeborgt bekommen habe. Ich könnte heulen vor Glück. Jeden Tag. Die Kleine bewegt sich dann noch wie auf Bestellung in meinem Bauch, wahrscheinlich merkt sie, wie mein Herz hüpft.
Wie aber schon erwähnt, die Angst schwingt mit.
Klar, macht es mich glücklich, dass alle Untersuchungen und jeder Ultraschall mir bescheinigen, dass es der Motte gut geht. Aber trotzdem kann sie krank sein, sie kann Trisomie haben oder irgendwas anderes, vielleicht gibt es Schwierigkeiten bei der Geburt oder was ist mit dem plötzlichen Kindstod? Gut, ich glaube, dass sind die typischen Horrorvorstellungen und Ängste einer werdenden Mutter. Aber ich habe schon das Gefühl, dass dadurch, dass der Kelch der bösen Erlebnisse in der Vergangenheit nicht an mir vorübergegangen ist, ich nicht mehr dieses Urvertrauen habe, dass alles gut werden wird. Es kann soviel passieren. Und im krankgeschriebenen Zustand habe ich ja auch noch viel Zeeeeeeit, mich damit zu beschäftigen...
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