Donnerstag, 10. Oktober 2013

Sonderauftrag: Schonen!

Krankgeschrieben! Seit Mitte letzter Woche habe ich den Sonderauftrag, mich zu schonen. Mein Gebärmutterhals ist verkürzt und der Muttermund weich, so dass im schlimmsten Fall eine Frühgeburt droht. Wehen habe ich noch keine und das CTG zeigt einen bilderbuchhaften Herzschlag der kleinen Motte, aber trotzdem muss man diese Situation ernst nehmen. Gestern war ich noch einmal zur Kontrolle und da meinte die Ärztin, dass Schwangere mit dieser Diagnose früher ins Krankenhaus gesteckt wurden, da sie da auf jeden Fall liegen geblieben sind. Ich habe den Befehl erhalten, mich sowohl vormittags als auch nachmittags jeweils mindestens 2h hinzulegen. Ich versuche, mir möglichst wenig Sorgen zu machen und es fällt mir auch echt schwer, das Nichtstun zu zelebrieren. Aber ich möchte auf keinen Fall riskieren, dass die kleine Maus früher kommt. Sie soll sich noch schön stärken, wachsen und die reguläre Zeit im warmen Fruchtwasser plantschen.

Gründe für diese Entwicklung gibt es zwei, die wahrscheinlich auch schön zusammengespielt haben. 1. Ich habe auf Arbeit im letzten Monat noch schön Stress mitgenommen. Viel zu tun, negatives Feedback und schwierige Dienstleister und Kunden. Das hat sich auf mein Gemüt niedergeschlagen und meine Motivation in den Keller gedrückt. Aber meinem Pflichtbewusstsein kann das immer nichts anhaben, so dass ich solide und unter Druck weitergearbeitet habe. Schön blöd. Man denkt irgendwie, dass man genauso leistungsfähig ist wie unschwanger, aber dem ist einfach nicht so. Und das Schlimmste, erst wenn es dann vorbei ist und man den Stress hinter sich lassen kann, erkennt man, wie krass die Zeit war. Das sollte man sich einfach nicht antun, auch wenn man noch so pflichtbewusst ist und sein Team so gut es geht unterstützen möchte. Schließlich will man doch diese (hoffentlich nicht) einmaligen und zauberhaften neun Monate genießen und dem Baby sowohl körperlich als auch psychisch das beste Umfeld zum Gedeihen garantieren. Ich bin froh, dass ich dem Arbeitskreislauf nun mit Gewalt entrissen wurde, denn auch ich bin eine so blöde Trine, die sich dem Arbeitsleben einfach zu sehr beugt.
2. Im letzten Monat ist meine Gebärmutter wahnsinnig gewachsen. Mein Bauch und auch die Kleine haben einen riesen Sprung gemacht. Das heißt, mein Innenleben musste sich ordentlich Platz verschaffen und auch das kann gut und gern zu der Verkürzung des Gebärmutterhalses führen.
Ich hoffe jetzt inständig, dass wir die nächsten Wochen gut überstehen und in Ruhe das kleine Baby-Reich fertigstellen und noch alle Punkte auf der Erstausstattungsliste abhaken können!

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